Was kommt eigentlich nach Dominica? Direkte Verbindung in die Bretagne, oder so

Wir ziehen von der „Schöggeler-Insel“ Dominica weiter nordwärts und fragen uns, was denn da noch besseres kommen kann…

Erster Halt: Les Iles des Saintes. Eine kleine Inselgruppe vor Guadeloupe, gehört zu Frankreich und es scheint als kämen wir in der Bretagne an. So ganz ohne Atlantiküberquerung, plötzlich in der Bretagne, was ist hier falsch? Diese Inseln wurden damals wirklich von den Bretonen eingenommen und sie haben ihre Spuren hinterlassen. Wir befinden uns also im Urlaubsparadies der Franzosen und sind etwas überfordert mit so viel Europa. Zu Fuss entdecken wir die kleine Insel Terre-de-Haut und finden Gefallen an den knallgrünen Iguanas und den idyllischen palmengesäumten Sandstränden.

Zweiter Halt: Guadeloupe. Weiter bereisen wir die französische Antilleninsel und binden die Buna Luna in der Marina ausserhalb von Pointe à Pitre fest. Wir kommen pünktlich zur Karnevalszeit und verbringen den regenreichen Nachmittag mit karibischem Karneval in den Strassen von Pointe à Pitre. Als wir mit dem Mietauto die Inselhälfte Basseterre befahren, besuchen wir im Regenwald auch den ein oder anderen Wasserfall. Fazit: Ist eben nicht wie in Dominica… Als Highlight der Rundfahrt sehe ich die Kaffee-Rösterei. Unsere Norwegischen Freunde und ich trinken so viel guten Kaffee, dass wir fast das Zitter-Flatter-Fieber erhalten und decken uns mit Guadeloupe-Kaffee ein.

Dritter Halt: Antigua. Definitiv nicht mehr wie in Dominica. In Falmouth Harbour vor Anker, mit Blick an die Marina-Stege, sehen wir eine Superyacht nach der Anderen an und ablegen. Unter anderem steht das 100-Fuss-Boot Leopard da, welche uns auf dem Weg von Gibraltar nach Lanzarote überholt hat. Immerhin 34 Meter lang und doch wirkt die Leopard hier wie ein süsses kleines Böötchen… Wir sind in der Ecke der Schönen und Reichen angekommen, als Krönung hat unser Dinghy-Motor eine Schockstarre und beschliesst uns nicht mehr an Land zu bringen. Wie es der Windgott Aiolos will kommt auch noch gerade Starkwind auf und wir haben bis zu 32 Knoten Wind im Ankerfeld. Da reichen unsere „Manpower“ definitiv nicht mehr um an Land zu paddeln. Zum guten Glück liegen unsere lieben Freunde mit der SVEA nicht weit weg und ziehen uns jeweils mit ihrem Beiboot mit.

Vierter Halt: St. Kitts und Nevis. Wir haben uns definitiv vom Abschiedsschmerz von Dominica erholt und geniessen die kleinen Karibikinseln. Wieder und wieder treffen wir Boote an, welche wir kennen und geniessen die gute Gesellschaft. Mit der Svea-Crew und ihrem Besuch machen wir eine Inselrundfahrt in Nevis und Besuchen einige alte Zuckerrohrplantagen, dessen Produktionsstätten zu luxuriösen Hotelresorts umgebaut worden sind.

Fünfter Halt: St. Barthélemy oder auch bekannt als St. Barths. Hier treffen wir mal wieder auf eine beträchtliche Anzahl Superjachten. Diesmal ist der Grund nicht einfach „sehen und gesehen werden“, nein, diesmal geht’s darum möglichst schnell zu segeln. Wir sind genau zur Zeit vom Bucket‘s Race in St. Barths. Da die Ankerbucht vor der Hauptstadt Gustavia sehr voll und unruhig wirkt, lassen wir unseren Anker eine Bucht weiter fallen. In der Anse de Colombier können wir mit unserem motorlosen Dinghy an Land paddeln, wandern danach ungefähr 30 Minuten über Stock und Stein bis wir zu einer Bucht mit Strassenanschluss kommen und dort per Anhalter nach Gustavia fahren. Im Hafen bestaunen wir die tollen J-Class Yachten und all die anderen Riesensegler. Als wir von unseren belgischen Freunden gefragt werden, ob wir mit ihrer MERENA mit zum Start raus fahren wollen, zögern wir nicht lange. So kommt es, dass wir den Regattastart aus nächster Nähe betrachten können und sogar noch den Zieleinlauf der J-Klasse. Ein schönes Bild und ein toller Tag mit den Belgiern.

Nun zum letzten Halt für diesen Bericht. Wir liegen in Saint Martin, in der Marina La Royale bei Marigot und geniessen es, auch ohne Paddeln an Land gehen zu können. Unsere Freunde von der SVEA sind auch hier und unser Nachbarschiff trägt ebenso eine Schweizer Flagge. Wir lernen ein weiteres junges segelndes Berner Paar kennen und verbringen eine arbeitsreiche und dennoch gemütliche Zeit zusammen. Wie das Klischee so ist, können wir es nicht sein lassen sogar mal einen Raclette-Abend zu machen und geniessen die gute Gesellschaft. Nicht zuletzt haben wir die Hoffnung hier unseren Dinghy Motor wieder flott zu kriegen.