Wieso eigentlich nicht einen Flottillen-Törn machen?

Wir verabschieden uns von St. Martin und segeln über Nacht ins Urlaubsparadies BVI. Als wir am Morgen in den Britischen Jungfraueninseln BVI ankommen, werden wir schon erwartet. Der Anker fällt in 5 Meter Tiefe auf Sand, geschützt in der Inselgruppe des North Sound bei Virgin Gorda und wir gehen erst mal baden. Kaum im Wasser kommen weitere bekannte Köpfe aus verschiedenen Booten und springen auch ins türkise Nass. Mit den Crews der SVEA und JOLENE kommt es also zu einem schwimmenden wiedersehen. Kaum da, schmieden wir schon Pläne, die nächsten Tage zusammen weiter zu segeln. Obwohl Segeln in den BVI ein weiter Begriff ist, denn mehr als 10 Seemeilen pro Tag machen wir eigentlich selten. Alle kleinen verstreuten Inseln liegen nahe beieinander, es gibt kaum Grundwelle, da diese ja von den Inseln abgehalten werden. Der Begriff Bodenseebedingungen, ist sogar gefallen Traumhaftes Ferien-Segeln! Wir merken auch schon bald, dass dies wohl allgemein bekannt ist und in manchen Buchten sind wir fast die Einzigen ohne Charterschiff. Wir geniessen die BVI‘s, als ob wir hier einfach ein paar Tage Ferien machen würden. Schnorcheln ums Schiffs-Wrack der Rohne, welche in einem Hurrikan versunken ist, besuchen die vom Meer geschliffenen Granit-Steine von „The Bath“ und schnorcheln bei „The Bight“ in den Höhlen herum.
Ein weiterer „Urlaubshöhepunkt“ soll laut dem Segelführer auch die „Willy T-Bar“ auf einem alten Schiff sein, geankert in einer sehr gut besetzten Bucht. Unsere Flottillen-Törn Crew lässt es sich nicht nehmen dort einen Pain-Killer zu trinken, der ja in den BVI erfunden sein soll. Leider bleibt dieser doch so viel gerühmte Drink für mich dennoch eher ungeniessbar und auch die schwimmende Bar, ist völlig überbewertet. So geniessen wir den Abend auf einem unserer drei Segelschiffe.
Am nächsten Tag geht’s auch schon weiter, einen Segelspurt bis zur nächsten Insel, Jost van Dyke und dort zur nächsten sehr bekannten Bar, dem Foxy’s. Dies soll angeblich der Höhepunkt der BVI-Bars sein und wir erwarten eine wilde Party-Nacht in einer karibischen Strandbar. Naja, in der Happy Hour füllt sich die Bar so langsam mit einigen Urlaubern, vor allem Amerikaner, aber so richtig Stimmung kommt nicht auf. Als wir dann um 20.00 nebst ein Paar älteren Urlaubsgästen noch die einzigen sind, und die Mücken uns schon völlig zerstochen haben, beschliessen wir auch diesen Abend auf den eigenen Schiffen zu verbringen. Naja, mit den Bar-Tipps hat unser Revierführer nicht so ganz unseren Geschmack getroffen. Zum Glück haben aber die BVI sonst ganz viel zu bieten! Wir geniessen die Natur auf den kleinen Inseln, einsame Ankerbuchten, traumhafte Segelbedingungen und wunderschöne Riffs zum Schnorcheln, geniessen es noch mehr mit unseren gewonnenen Reisefreunden eine gute Zeit zu verbringen.
Wie es das Reisen so mit sich bringt, gehören auch immer Abschiede dazu. Als dann die JOLENE, damit auch unsere ernannte Flotillen-Törn-Chefin, weiterzieht und den Weg in Richtung Bahamas einschlägt, verbleiben wir, zusammen mit der SVEA und finden prompt eine unruhige und sehr rollende Ankerbucht. So merken wir wie die Chefin fehlt und freuen uns über weitere Tage in den BVI, bevor wir in die US Virgin Islands weiterziehen.