Einen Monat unterwegs mit Buna Luna

Der erste Monat ist vorbei und wir können auf schöne Tage zurückblicken. Schön, aber dann doch nicht alles so wie gewünscht. Die Überfahrt auf die Balearen, zum Beispiel. Aufgrund der Windprognose rechneten wir mit schwachen Winden und ca. 20 Stunden bis nach Mallorca. Als wir jedoch nach 24 Stunden mit viel verbrauchter Motoren-Batterie noch nicht in der Hälfte gewesen sind, war uns klar, dass uns die Prognose etwas im Stich gelassen hat. Zum Glück frischt es mit dem zweiten Abendessen auf offener See auf und nach einer guten Nacht mit vielen wunderbaren Sternschnuppen runden wir am nächsten frühen Morgen das westliche Ende der Insel Mallorca. Bereits zwei Tage darauf erwarten wir neue Gäste, welche nach Palma fliegen und wollen sie in einer der vielen Marinas unterhalb der schönen Altstadt empfangen. Aber auch da spielen uns die Umstände einen Streich, denn alle Marinas sind bereits voll, als wir sie für einen Platz anfunken. So landen wir schliesslich im Hafen von El Arenal, direkt neben dem Ballermann… Naja, sonst hätten wir und unsere Gäste dieses Spektakel wohl nie erlebt.
Nach einer Ferienwoche mit viel Segeln, traumhaften Buchten, türkisem Wasser und schönen Sandstränden an der Süd und Ostküste Mallorcas bringen wir unsere Gäste mit dem Mietwagen an den Flughafen und nutzen den angefangenen Tag für eine paar Erkundungen zu Land. Am Tag darauf verlassen wir die Insel in Richtung Osten und der Insel Menorca.
Wieder beschäftigen wir uns mit Leichtwind, die Bucht von Pollença verlassen wir noch mit einer schönen Nachmittagsthermik, auf offener See bleibt davon aber nicht mehr viel übrig und so kommen wir erst gegen ein Uhr in der Früh in Ciutadella an. Im Hafen machen wir fest wo gerade noch Platz frei ist und am Morgen werden wir vom freundlichen Marinero geweckt, er bittet uns im Hafenbüro vorbeizuschauen um uns anzumelden. Dies wird gleich nach einem Frühstück auf dem Schiff erledigt uns sogleich machen wir uns auf den kurzen Weg in die Altstadt die gleich am Naturhafen beginnt. Am Nachmittag laufen wir aus Richtung Südwest-Spitze von Menorca, umrunden den Leuchtturm Far Cabo d’Artrutx, bevor schon kurze Zeit später unser Anker in der Cala San Saura ins türkise Wasser fällt.
Am Nächsten Morgen hat der Wind aufgefrischt, der alt-bekannte Mistral schickt Ausläufer bis nach Menorca. Wir haben vor bis in die Hauptstadt Mahón zu segeln, doch unterwegs wird der Wind teilweise recht heftig, so segeln wir an ein paar Buchten vorbei um eventuell zu ankern und eine vorhergesagte Beruhigung abzuwarten. Doch nichts scheint uns komfortabel, kommen doch Winde mit beinahe 40 Knoten (ca. 70 km/h) zur einen Bucht hinaus. Wir ziehen also mit gerefftem Segel weiter, direkt um die Punta Prima wo wir in den Gegenwind drehen und uns durch die raue See nach Mahón kämpfen. In der Hafeneinfahrt ist der Tag aber noch lange nicht zu Ende, befinden wir uns doch in einem der grössten Naturhäfen der Welt, welcher uns noch über eine Stunde unter Motor segeln lässt. Beeindruckend stehen an den Ufern überall Festungsanlagen aus früheren Zeiten, eine Lazarettinsel, wie auch alles Mögliche an Yachten und Fähren. Menorca ist lange Zeit vom britischen Empire beherrscht worden, dies hat bis heute seinen Einfluss, nämlich wird noch immer Gin gebraut und viele englische Touristen besuchen die Insel. Wir erhalten einen Hafenplatz im hintersten Teil, gute 6km vom Meer entfernt. Als wir uns zum Erkunden der Altstadt direkt oberhalb des Hafens aufmachen, treffen wir auf Festlichkeiten, bei denen sowohl Einheimische, wie auch Touristen fröhlich mit dabei sind. Wir finden heraus, dass dies die „Fiestas de la Mare de Déu de Gràcia“ sind, ein 4-tägiges Sommerfest, mit überdimensionalen tanzenden Puppen, welche die verschiedenen sozialen Klassen verkörpern und so Abschied vom Sommer nehmen. Nach dem Abendessen machen wir uns mit vielen Eindrücken auf den Weg zurück zum Schiff. Der nächste Plan ist nun, wieder zurück nach Pollença auf Mallorca zu kommen, dort erwartet und ein weiteres Fest, diesmal jedoch privater Natur. Ein langer Segeltag führt uns zurück nach Ciutadella, wo wir in einer schmalen Bucht spektakulär Ankern. So sind wir bereit für die Überfahrt nach Mallorca, welche diesmal deutlich schneller verläuft.