Die wahre Herausforderung

Wir kennen ja mittlerweile viele Wind- und Wetterbedingungen. Die BunaLuna schafft es locker mit Windstärken bis 37 Knoten umzugehen, sie bringt ihre Crew durch haushohe Wellen und kommt mit Temperaturen bis 40 Grad Celsius klar. BunaLuna kommt auch gegen Strömungen an und nach einem Tief mit Wellen im Cockpit und Niedergang, macht die Elektronik nach kurzem Husten dennoch nicht schlapp. Was aber wirklich herausfordert und zwar sowohl Crew wie auch Schiff, ist die FLAUTE. Zwar Segeln wir, im Gegensatz zu den meisten anderen Langfahrern auch noch bei 3-5 Knoten herrlich übers Meer, aber wenn der Windmesser wirklich 0.0 anzeigt, dann … Herzlich Willkommen im Mittelmeer! Ja, wir hatten auch Flaute auf dem Atlantik, Ein 24-Stunden Etmal von 42 Seemeilen (normal ist 120-145), spiegelglattes Meer vor den Bermudas, jedoch fühlt sich das alles lächerlich an, im Vergleich zu den letzten 5 Tagen. Auf dem Atlantik sind wir davon ausgegangen, dass der Wind früher oder später wieder zurück kommt, so war das auch. Im Mittelmeer wollen wir „nur eben mal rasch“ von Malaga nach Cartagena segeln, eigentlich nur 200 Seemeilen, sollte also in eineinhalb Tagen machbar sein. Womit wir da aber nicht rechnen ist DIE FLAUTE. Das Meer zeigt sich über Tage erneut spiegelglatt, die einzigen Wellen, kommen von springenden Delfinen und wir versuchen mit dem Motor und unserer Leichtwindsegelgarderobe möglichst weit zu kommen. Sowohl Crew, wie auch unser Elektromotor sind aber nicht so ausdauernd wie die Flaute. Wir brauchen mehrere Stopps an der Steckdose, kommen mitten in der Nacht in Marinas und fragen nach Strom. Was uns dabei auffällt sind nicht etwa die Strompreise, nein, eher dass mehrere Marineros über die grosse Hitze klagen und wir, wir sind in langer Segelmontur und haben noch gar nicht richtig bemerkt, dass es wieder warm wird. Erneut, wilkommen im Mittelmeer!