Ich bin am Schöggele, du bisch am Schöggele, Wilchommen in Dominica…

….. im Schoggiland, wo der Honig noch von den Bäumen fliesst
Frei nach Müslüm, finden wir auf der Insel Dominica ganz viele „Schöggeler“.

Die Insel ist wild, grün, ursprünglich, bergig, voller Regenwald und die Kokosnüsse wachsen wie Unkraut. Wir fühlen uns von Anfang an Willkommen auf der Insel und die Einheimischen begrüssen einen voller Herzlichkeit, wünschen uns einen guten Aufenthalt und wir sollen ihre Insel geniessen.
Die Filmkulisse von Fluch der Karibik lebt weiter, wie leben die Menschen auf dieser wilden Insel? Nach der französischen Insel Martinique, wo das Leben europäisch gelebt wird, kommen wir nun zurück auf eine „richtige“ karibische Insel. Mit Philips Eltern an Bord nehmen wir eine Boje vor der Inselhauptstadt Roseau. Der Ruf des Bojenvermieters Marcus eilt ihm schon voraus, er habe äusserst gut haltende Bojen – was in der Karibik auf keinen Fall selbstverständlich ist – und er schaue gut für die Sicherheit in der Bucht. Tatsächlich, Marcus ist ein Phänomen, dazu aber später mehr.

In Roseau angekommen setzen wir uns in lokale Busse um die Insel zu erkunden. Als einzige Touristen in den Bussen, werden wir immer wieder freundlich begrüsst und interessiert angesprochen. Es ist keine Seltenheit zu hören „welcome on our island“, „enjoy your stay“ , oder auch „wait wait, I will show you the way“. Die Natur ist unbeschreiblich, grüner Regenwald wohin das Auge reicht und überall gibt es Wasserfälle, Flüsse, in allen Farben blühende Blumen, Bananen, Kokosnüsse, Mangos, Passionsfrüchte hängen an den Bäumen und Palmen. Da wir ja schon vom „Schoggiland“ schreiben, es gibt hier nicht nur „Schöggeler“ im Sinne von Lebensgeniessern, nein es gibt tatsächlich eine kleine Schokoladenfabrik, diese können wir natürlich nicht unbesucht lassen. Im kleinen Masse wird hier sehr leckere lokale Schokolade hergestellt. Mmmh, da schmelzt das Schoggihärz vor sich hin und geniesst…
Eine Tagesbeschäftigung kann da schon sein, aufs Meer hinaus zu schauen oder in den Wald hinein, das Leben zu geniessen oder wie eben „umeschöggele“. Die Insel legt uns einige Rätsel dar, Wirtschaft scheint kaum vorhanden zu sein, die Leute versuchen sich mit ihrem eigenen „Gschäftli“ über dem Wasser zu halten, sind kreativ im Umsetzen, ob es dann auch Geld einbringt scheint irgendwie zweitrangig zu sein. So eben auch der oben erwähnte Marcus, er schaut zu seinen Gästen, gibt sich als vorbildlicher Gastgeber, so kommt er mehrmals täglich beim Boot vorbei, fragt ob alles in Ordnung sei und ob wir es geniessen, Trinkgeld mag er am liebsten direkt in Bier.
Hier scheint es absolut normal auch Morgens bereits Bier und Rum zu trinken, das lokale Bier Kubuli wird zu jeder Tageszeit getrunken, Cannabis oder andere Drogen sind trotz des eigentlichen Verbotes allzeit präsent und die roten Augen so mancher Dominicaner sprechen Bände…
Übrigens noch einen kleinen geschichtlichen Hintergrund, bevor Kolumbus eingereist ist, wurde die Insel Waitikubuli genannt, was in Kreolisch bedeutet „Big ist the Body“, damit sind natürlich nicht die Körper der Menschen von Dominica gemeint, nein, Gross ist der Körper der Insel. Die Vulkanische Insel ist Bergig und geh t immer steil hoch oder runter, aber ist sicher nie flach. Herr Kolumbus ist dann an einem Sonntag nach Waitikubili gekommen und hat nach dem Italienischen Wort für Sonntag „Domenica“ die Insel Dominica genannt.