Und was macht ihr so im Januar?

Bisher hätte ich ja geantwortet: „frieren und Fernweh haben“, was aber, wenn ich in der Ferne bin? Sonne geniessen, Wärme tanken und die paradiesischen Grenadinen entdecken! Wir sind also seit ein paar Wochen nicht mehr im Langfahrten-Modus, nein ganz im Gegenteil, wir machen schöne Höseleretappen! Strecken von 10 Meilen pro Tag und dennoch stets wieder eine neue Insel entdecken, so gefällts! Seit wir am 24. Dezember im weihnachtlichen Bequia angekommen sind, fahren wir täglich ein wenig weiter Südwärts. Weihnachten verbringen wir auf der Insel der Superreichen und geniessen den Traumstrand von Mustique. Hier soll anscheinend Lady Diana jeweils ihre Ferien verbracht haben. Naja, Trauminsel hin oder her, das richtig karibische Leben findet hier nicht statt, das Abendessen im Restaurant ist sogar ein Reinfall! So ziehen wir weiter zu den nächsten Inseln mit wunderschönen Stränden und vor allem mit freundlichen und stets lächelnden Einheimischen. In den Buchten häufen sich die kleinen farbigen Motorboote, von denen jeder Fahrer irgendetwas verkaufen will oder seinen Service anbietet. Brot, Fisch, einen Grillabend am Strand oder auch Diesel…
Silvester verschlafen wir ungeniert nach einem super (selbstgekochten) Festmahl auf dem Schiff, nicht zu vergessen, hier wird es um 6 dunkel, ah ja bei euch ja auch! Wir schlafen also in einer einsamen Bucht, ganz ohne andere Boote im Süden der grünen Insel Grenada ins neue Jahr hinein.
An Neujahr erreichen wir die Phare Bleu Marina und Ressort, ein wunderbares Fleckchen dieser Erde, geführt und mit innovativen Projekten bereichert, von einem schweizer Paar. Hier ist nun die Endstation für Hansueli und Lydia, sie verlassen uns nach über 5 gemeinsam verbrachten Wochen. Sie schenken uns als krönenden Abschluss eine Nacht im Hotel! Wir geniessen für eine Nacht puren Luxus, ein Riesenbett, Duschen ohne Wasserspar-Gedanken und Klimaanlage. Vielen herzlichen Dank noch einmal! Nicht nur dafür, auch für die tolle Zeit während der Zeit auf der Buna Luna und vor allem für die großartige Unterstützung auf der Transat!

Nach ein paar Tagen Marina und einigen Ausflügen zu Land, verlassen wir unter Sturmvorsegel die Bucht Petit Calvigny, denn unsere Genua ist in Reparatur in einer nahegelegenen Bucht. Wir fahren vorbei und holen sie direkt mit dem Beiboot ab.
Kurz darauf umsegeln wir die Südspitze Grenadas, der südlichste Punkt unserer Reise. Von nun an sind wir theoretisch auf dem Heimweg. Zum Glück jedoch vorerst lediglich theoretisch, wir haben ja noch gute 8 Monate Zeit zum Weiterreisen und wollen noch gerade nicht ans nach Hause kommen denken! Vor St. Georges fällt unser Anker direkt neben der Yacht „RAN“. Ein junges schwedisches Paar, welche wir seit einiger Zeit auf ihrem YouTube Kanal verfolgen, auf dem sie ihre Reise dokumentieren.

Von hier aus geht es zurück gegen Norden, zurück auf die Insel Carriacou zum Ausklarieren (Abmelden und Pässe stempeln lassen) zurück nach Union Island zum einklarieren (St Vincent & Grenadinen).
In Mayreau warten wir auf einen günstigen Zeitpunkt, um in die Tobago Keys zu fahren, ein Naturschutzgebiet mit Schildkröten, Rochen und vor allem viel türkisem Wasser.